Politik, Medien und Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung
22.02.2012 | Journalismus & Technologie

Change – Wie Daten den Journalismus verändern

Die Veröffentlichung der Kriegstagebücher der US-Armee aus Afghanistan und dem Irak waren Sternstunden des Datenjournalismus. Einer neuen Form journalistischen Erzählens. Hunderttausende Dokumente wurden im Jahr 2010 durch die Internetplattform WikiLeaks veröffentlicht. Allerdings waren die Dokumente in den seltensten Fällen in erzählerischem Ton verfasst, der von Journalisten in größeren Storys hätte zitiert werden können. Vielfach waren es kurze technische Informationen über Vorgänge, Zwischenfälle, Anschläge inklusive präziser Orts- und Zeitangaben. Erst die Methoden des Datenjournalismus, die Durchdringung der Datenmengen mit Statistikwerkzeugen, ihre Veranschaulichung durch Grafiken oder anhand interaktiver Landkarten machten das Rohmaterial plötzlich journalistisch urbar und schufen neue Formen publizistischen Erzählens. Zu den wichtigsten Entwicklungsorten dieses neuartigen Storytellings gehört das Data Blog des britischen Guardian. Simon Rogers ist für das Data Blog verantwortlich. [mehr]

21.02.2012 | Partizipation & Politik

Digitale Demokratie. Netzgestützte Bürger- beteiligung als Chance oder PR-Falle? Das Dossier

E-Partizipation wird gemeinhin als eine Weiterentwicklung, ja eine Verbesserung beschrieben, die Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungsprozessen real ermöglicht oder vereinfacht. Digitale Demokratie klingt nach Transparenz und Mitspracherecht. Doch inwieweit ist die Vision von netzbasierter Kommunikation zwischen Politik und Volk überhaupt realisierbar? Wie sieht die Praxis aus und in welchen Dimensionen kann derzeit gedacht werden? Regional, national, europaweit?

Über mögliche Gefahren digitaler Beteiligungsformate wird bisher lieber geschwiegen. Wir stellen in diesem Dossier kontroverse Ansichten zusammen: Ist Demokratie nur vollständig, wenn sie digital ist? Oder hat digitale Demokratie schon allein deshalb keine Chance, weil sie schnell zum PR-Instrument umfunktioniert werden kann? [mehr]

20.02.2012 | Partizipation & Userbeitrag

Wie wird aus Meinungsvielfalt Demokratie? Die Perspektive eines Praktikers

Es ist eine offene Frage. Deren Beantwortung allerdings immer drängender wird. Wie kann Partizipation an politischen Meinungsbildungsprozessen organisiert werden, ohne dass das jeweilige Teilhabe-Vorhaben auf einen PR-Gag oder ein Demokratie-Placebo reduziert wird. Nach dem sich in der letzten Woche unterschiedliche Experten auf diesem Debattenportal dazu geäußert haben, veröffentlichen wir heute den Debattenbeitrag eines Praktikers als ersten Userbeitrag auf Diskurs@Deutschlandfunk. Hans Hagedorn ist Geschäftsführer der Demos Gesellschaft für E-Partizipation. Er diskutiert in seinem Artikel aktuelle Formate wie das Angebot der Bundeskanzlerin Dialog-über-Deutschland oder den Zukunftsdialog der SPD-Bundestagsfraktion.

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17.02.2012 | Partizipation & Politik

Von eDemocracy keine Spur. Digitale Bürgerbeteiligung ist auf europäischer Ebene nahezu unmöglich!

Das Desinteresse der Wählerinnen und Wähler an Europawahlen hat eine lange Tradition. Regelmäßig liegt die Quote der Wahlbeteiligung auf historischen Tiefstständen. Allein von der Europawahl 1979 bis zur letzten Europawahl 2009 sind die Quoten von über 63 Prozent auf 43 Prozent abgestürzt. Aber auch an anderer Stelle scheint die konkrete Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger nicht gewünscht. Eine Beteiligungsmöglichkeit wie ePetition, die der deutsche Bundestag seit einigen Jahren anbietet und die von Beginn an intensiv genutzt wurde, hat das EU-Parlament noch nicht im Angebot. [mehr]

16.02.2012 | Partizipation & Politik

Die digitalen Werkzeuge der Netzaktivisten

Donnerstags um 19.15 Uhr läuft im Deutschlandfunk das DLF-Magazin. 45 Minuten politische Reportagen und Portraits. Dort spiegeln wir regelmäßig die Themen der Debattenbeiträge, der Aufsätze und Essays des Onlinediskurses in Radioformaten. Am zurückliegenden Donnerstag hätte ein Beitrag laufen sollen, der der Frage nachgeht, welche Werkzeuge den Netzaktivisten zur Verfügung stehen, um sich aktiv an politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Doch dann kam alles ganz anders. [mehr]

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16.02.2012 | Partizipation & Politik

Demokratische Software, Katzengesetze und die Enquetekommission des Bundestags

Der Verein Liquid Democracy e.V. ist erst vor wenigen Jahren entstanden. Er setzt sich für neue Formen der breiten demokratischen Teilhabe ein. Das Netz spielt dabei eine Schlüsselrolle. Denn gerade die Digitalisierung hat aus Sicht des Vereins die Chancen auf politische Teilhabe dramatisch vereinfacht. [mehr]

15.02.2012 | Partizipation & Politik

Die Onlinedemokratie – Falsche Versprechen und reale Chancen digitaler Beteiligungsformate

Die Erwartungen sind groß. Digitale Mitwirkungsformate sollen die Demokratie wiederbeleben. Ein Ende der Politikverdrossenheit erhoffen sich die Befürworter der E-Partizipation.  Aber sind die Hoffnungen gerechtfertigt?  Oder sind Angebote wie der gerade gestartete Dialog über Deutschland der Bundeskanzlerin oder der Zukunftsdialog Online der SPD nicht Demokratie-Placebos, deren Relevanz und Wirkung kaum messbar ist? [mehr]

13.02.2012 | Internet & Politik

Wer behauptet, die Antworten zu kennen, der lügt

Mit dieser kurzen Formel skizzierte der Intendant des Deutschlandradio, Dr. Willi Steul, die aktuellen Herausforderungen im Kontext Medien, Öffentlichkeit und Digitalisierung zur Eröffnung der ersten Berliner “Debatte Digital”.

Anlässlich des Starts des Debattenportals “Diskurs@Deutschlandfunk – Politik, Medien und Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung” hatte der Deutschlandfunk vor wenigen Tagen gemeinsam mit dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft unter dem Titel “Wie das Netz die Demokratie” verändert eingeladen. Hier finden Sie eine kompakte Zusammenfassung der Diskussion in 3’30… [mehr]

10.02.2012 | Politik & Transparenz

Privatsphäre als politische Fiktion? Das Dossier

Die Verteidigung des Privaten. So nannte Wolfgang Sofsky vor einigen Jahre eine Streitschrift. Überall sah der Soziologe die Verwüstungen einer omnipräsenten Gedanken- und Gefühlskontrolle. Unter dem Eindruck ausgeweiteter staatlicher Kontrollansprüche, die unter anderem mit terroristischen Bedrohungen begründet wurden, sah Sofsky alle Bürger zu “gläsernen Untertanen” werden. Keine fünf Jahre später prägt die Diskussion um persönliche Transparenz und individuellen Datenschutz zahlreiche Debatten in Politik und Medien. Doch die Perspektiven haben sich verschoben. Nicht zuletzt unter dem Eindruck der Digitalisierung geraten soziale Normen, wie der Grenzverlauf zwischen Öffentlichem und Privatem, in Bewegungen. Hier finden Sie nun die drei Debattenbeiträge des aktuellen Dossiers Post-Privacy? im Überblick. [mehr]

09.02.2012 | Recht & Transparenz

My friends from Dimitrovgrad. Ein Selbstversuch

Thomas Hoeren, Professor am Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster stellt rechtliche Überlegungen zur Veränderung von privatem und öffentlichem Raum in Zeiten der Digitalisierung an. Und wagt dazu einen Selbstversuch. Denn der Grenzverlauf zwischen Öffentlichem und Privatem wird immer unschärfer. Das Private, über viele Jahrzehnte Schutzraum des Bürgers vor Übergriffen des Staates, wird spätestens mit Beginn des Erfolgs sozialer Onlinenetzwerke zum Gegenstand öffentlicher Unterhaltungen und gleichzeitig zur Ware der Datenhändler, die die Netzwerke betreiben. [mehr]

09.02.2012 | Transparenz

Zerstört die Digitalisierung die Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem?

Christian Heller, Autor des bei C.H. Beck erschienen Buchs “Post-Privacy – Prima leben ohne Privatsphäre” erklärt in seinem Debattenbeitrag, warum die angenommen Grenze zwischen Privatem und Öffentlichem schon immer eine politische Fiktion war. Im Netz ist Christian Heller unter plomlompom.de erreichbar, auf Twitter unter @plomlompom. In Kürze folgt ein weiterer Debattenbeitrag des Medienrechtlers Thomas Hoeren, der die rechtliche Dimension der Verschiebung der Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem diskutiert. [mehr]