Die Außenhaut eines Camemberts, das Ende der Nationalstaaten und die Verblüffungsstarre des Journalismus
Bodo Hombach, lange Jahre Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, über europäische Politik in Zeiten der Globalisierung, die Parallelen zwischen der Erfindung des Buchdrucks und der Wirkung der neuen Medien auf die politische Kommunikation in der Gegenwart, sowie die Chancen neuer Diskurse im digitalen Raum.















Hombach kritisiert mit seinem Beispiel von der Außenhaut des Camemberts offenkundig die Fehlbeschäftigung der europäischen Institutionen mit Dingen, die eigentlich regional gelöst werden könnten und bemängelt, dass man sich in Brüssel doch tunlichst um Größeres und Wichtigeres kümmern möge.
Dem ist unbedingt zuzustimmen. Außer Acht gelassen wird dabei nach meinem Dafürhalten aber die Tatsache, dass die europäischen Institutionen absichtlich oder bewusst so konzipiert wurden, dass sie den weiterhin dominanten Nationalstaaten nicht allzu sehr ins Machtgehege kommen können. Insofern hat sich die Kommission und das Parlament auf Titel und Symbole konzentriert und sich beschäftigungshalber der kleinen Dinge (Gurkenkrümmung) angenommen.
Natürlich ist das frustrierend, insbsondere wenn man sich angesichts der gegenwärtigen Währungskrise vor Augen hält, wie wichtig es in der Vergangenheit gewesen wäre, die eurpäischen Institutionen für die Globalisierung fit und kompetent zu machen, anstatt sich verstärkt darauf zu konzentrieren, die Zahl der Mitgliedsstaaten immer weiter zu erhöhen.
Die Größe der Veränderung erfasst Hombach ganz klar. Es mangelt jedoch an der Einsicht auch die eigene Rolle zu bedenken. Er ist Zeitungsmacher und war Politiker. Hier spricht er als Unbeteiligter. Es wird aber dennoch klar, dass die Veränderung eine Gewalt hat, die noch unvorhersehbar in der Konsequenz ist. Dem DLF ist deshalb zu wünschen alles daur zu tun, in dieser schönen neuen Welt eine Rolle zu spielen. Diese Diskussionsseite ist hoffentlich nur ein Anfang.