Wie das Netz die Demokratie verändert – die erste Berliner „Debatte Digital“.
Der Deutschlandfunk und das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) luden gestern zur ersten Berliner „Debatte Digital“. Den Mitschnitt des Livestream gibt es hier, bei Klick auf
Ab 17 Uhr im HIIG diskutieren Stephan Detjen (Chefredakteur Deutschlandfunk), Dr. Jeanette Hofmann (Gründungsdirektorin Institut Internet und Gesellschaft), Bernd Schlömer (stellv. Bundesvorsitzender Piratenpartei), Prof. Dr. Wolfgang Schulz (Hans-Bredow-Institut) und Willi Steul (Intendant Deutschlandradio) mit Markus Heidmeier über die Frage, wie das Netz die Demokratie verändert. Den Livestream zur Debatte finden Sie ab 17 Uhr.
Ab morgen werden dann die ersten Essays und Aufsätze folgen. Unter anderem äußern sich der Medienrechtler Thomas Hoeren und der Autor Christian Heller zur Bedeutung der Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem. In der kommenden Woche folgen dann der Politologe Markus Linden und der Leiter der paneuropäischen Nichtregierungsorganisation EDRI, Joe McNamee zur Frage, ob neue, digitale Beteiligungsformen Chancen oder Risiken für die digitale Demokratie darstellen.
Und hier noch mal in kompakter Form die zentralen Infos. Anfang Januar 2012 lud der Deutschlandfunk anlässlich des 50. Sendejubiläums zur Konferenz „Der Ort des Politischen in der digitalen Medienwelt“ ein. Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Medien diskutierten im Kölner Funkhaus.
Auf dem Debattenportal Diskurs@Deutschlandfunk sollen die dort begonnenen Diskussionen mit Hörerinnen und Hörern, Userinnen und Usern jetzt fortgesetzt werden. Wöchentlich im Internet unter diskurs.dradio.de, donnerstags und samstags im „DLF-Magazin“ und in „Markt und Medien“ mit Reportagen Portraits und Interviews im linearen Programm des Deutschlandfunk.
Kein Ort wäre idealer, um die Debatten und Kontroversen rund um die Umbrüche in der politischen und medialen Welt zu diskutieren, als das Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft an der Humboldt Universität zu Berlin. Auch hier werden die virulenten Fragen der Gegenwart, die wir auf dem Debattenportal Diskurs@Deutschlandfunk diskutieren wollen, erforscht. Deswegen freuen wir uns sehr, mit diesem Partner gemeinsam zur ersten Berliner „Debatte Digital“ am 8. Februar 2012, 17 Uhr einladen zu können.
Ab 9. Februar 2012 werden dann Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Medien ihre Positionen auf dem neuen Debattenportal
„Diskurs@Deutschlandfunk – Politik, Medien und Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung“ unter der Internetadresse diskurs.dradio.de veröffentlichen.















Verehrte DLF-Journalisten und Community!
Glückwunsch! Jetzt haben Sie mich doch gepackt und ich kommentiere erstmalig auch Dank des ansprechenden Diskussionsniveaus.
2 Denkschulen “kämpfen” wohl wieder philosophisch beim Thema “Internet und Demokratie” gegeneinander (wie traditionell bei jeder Neuerung): Die Unterkühlten/Zuversichtlichen (“Wo ist das Problem, es kommt doch nur etwas Machbares hinzu…”) gegen die Aufgeregten/Kritischen (“Wir haben ein Problem, alles ändert sich und wird unübersichtlich.”). Dank deshalb an die einzige Frau in der Runde, die nochmals auf unser aller neuen Status hinwies: Wir sind unweigerlich zunehmend eine Netzgesellschaft, nolens volens, und haben daraus was zu machen trotz unserer Verunsicherungen. D.h.: Noch viel mehr Geschäftsmodelle werden hoffentlich kommen, um keine Kommunikations-Monopole entstehen zu lassen. Dies sollte auch Ziel staatlicher Wirtschaftsförderung=Demokratieförderung sein. Nicht nur jeder Ökonom weiß: Monopolrenditen sollten wir unserer Demokratie und damit uns selbst nicht zumuten. Die sind immer “zu teuer”. Mögen wir deshalb vor allem unsere Urteilsfähigkeit schulen. Geht letzteres in der Masse der User ? Das letztlich Wichtige bleibt aber gottlob doch immer physisch-analog, oder?!.
Insgesamt:
Inhaltlich gute Ergänzung zur Köln-Konferenz, wenn auch die Themen etwas präziser hätten moderiert werden können (…und mit etwas mehr norddeutscher Ruhe; die Teilnehmerschaft war doch gut entspannt…)…
Hallo Herr Klatt, vielen Dank für Ihren wohlwollenden und differenzierten Kommentar. Es freut uns, dass wir Sie mit dem “ansprechenden Diskussionsniveau” erreichen konnten. Und wir hoffen natürlich, Sie hier als dauerhaften Diskutanten begrüßen zu dürfen. Ihre Hoffnung auf viele neue Kommunikationsräume mit neuen Geschäftsmodellen teilen wir. Unser Optimismus ist allerdings begrenzt. Facebook hat ein gewaltiges Netz im Netz etabliert und verfügt dort über das alleinige Monopol. Auch wenn die Halbwertszeiten großer Onlinestrukturen oft kurz sind (wer spricht heute noch von MySpace?), sind 800 Millionen User (der hier schreibende Kommentarautor inklusive) doch beunruhigend viel. Und ob das Wichtige tatsächlich auf Dauer physisch-analog bleibt, ist eine offene Frage aus meiner Sicht.
Wir hoffen in jedem Fall die Diskusson mit Ihnen fortzuführen
Markus Heidmeier, Projektleitung
P.S.: Und ja, die Moderation der “Debatte Digital” hätte etwas ausgeruhter sein können; wie Sie sich vielleicht vorstellen können, sind die letzten Tage und Stunden vor Start eines derartigen Projekts nicht gerade von Kontemplation gekennzeichnet…
[...] Antworten bekommen haben”, erklärte Willi Steul, Intendant des Deutschlandfunks, zu Beginn der Kick-off Veranstaltung in Berlin. Er ist überzeugt: “Wer heutzutage behauptet, er weiß, wie sich die Kommunikation und die [...]
Wir haben an dieser Stelle einen Kommentar entfernt, der in keiner Weise Bezug zum Thema des Artikels hatte und lediglich einer persönlichen politisch-weltanschaulichen Haltung Ausdruck gab. Wir freuen uns über alle Formen der Mitwirkung, bitten jedoch zumindest im weitesten Sinn einen Bezug zum jeweiligen Thema herzustellen. Für neue Themenvorschläge, die sich im Kontext “Politik, Medien und Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung” bewegen, können sie hier unmittelbar mitwirken:
http://diskurs.dradio.de/mitmachen/
Besten Dank für das Verständnis, Redaktion Diskurs@Deutschlandfunk
Von nichts kommt nichts.