03.04.2012 | Internet & Journalismus

bpb: Das Netz, die Wissenschaft und das Urheberrecht

Im Rahmen des NRW-Spezial kooperiert das Debattenportal Diskurs@Deutschlandfunk mit der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung. Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Thema.

Emails, Handy-Fotos, Präsentationen in der Schule – was heute zunehmend den Alltag der Menschen bestimmt, beschäftigte früher meist nur Verlage und Künstler: das Urheberrecht. Ein Großteil der Wissenswirtschaft wird über das Recht am eigenen Werk geregelt, im 21. Jahrhundert sind Daten, Wissen und Ideen wichtige Güter. Doch was ist eigentlich das Urheberrecht und woher kommt es? Das umfassende bpb-Dossier bietet die Möglichkeit, den Themenkomplex gründlich zu durchforsten. Interessant: ein ausführliches Interview mit Gabriele Beger, Vorsitzende des Bibliothekenverbands, zum Urheberrecht in Wissenschaft und Bildung. Ihre Meinung: „Wenn wir unsere Informations- und Meinungsbildungsfreiheit ernst nehmen, dann müssen wir Schülern und Studenten, aber auch anderen Bildungssuchenden [...] zu angemessenen Bedingungen Wissen schnell und unbürokratisch zur Verfügung stellen. Dazu gehört nicht, dass alles kostenlos ist. Es muss aber bezahlbar sein.“

Welche Geschichte Nutzung, Besitz und Verwertung von Wissen in der westlichen Welt haben, zeichnen die Autoren Jeanette Hofmann und Christian Katzenbach in der Einführung in das bpb-Spezial “Wissen und Eigentum” nach – von der Regulierung der Kirche und der Erfindung des Buchdrucks im Mittelalter über die Geburtsstunde des individuellen Urheberrechts durch die „Statute of Anne“ im Jahre 1710 bis zum sich rasant ändernden Digitalkosmos der Gegenwart. „Ob sich Ideen, Erkenntnisse und Melodien besitzen lassen oder nicht, und welche Folgen einzelne Schutzrechte für die weitere Entwicklung von Kultur bzw. Wissen haben, solche Fragen vermochten bestenfalls spezialisierte Fachgemeinden in Aufregung zu versetzen“, schreiben die Autoren. Heute sind Debatten darum meist von großem öffentlichem Interesse.

Das zeigt auch das Themendossier Open Source: Mittlerweile ist Open Source zu einer Art weltweiten sozialen Bewegung geworden, die Wissen und Kultur allgemein zugänglich machen will. Von Open Access bis Creative Commons, von Wikipedia bis Edubuntu arbeiteten zehntausende Menschen weltweit über das Internet an einem kollektiven Schatz freien Wissens, entdeckten neue Formen der Kooperation und des Gemeinsinns, und störten dabei alle Regeln von Urheberrecht und Wirtschaft auf, heißt es darin.

Auch für Pädagogen gehören Fragen nach der Verwertbarkeit und Darstellung von Inhalten heutzutage zum Schulalltag. Ob iRights, Medienberatung NRW oder Lehrer-Online: Die aktuelle kommentierte Linkliste bietet einen Überblick über weiterführende Informationen zum Urheberrecht in der Bildungsarbeit. Auch für Nicht-Pädagogen lesenswert.