25.04.2012 | Internet

bpb: Das Netz, die Piraten und die Freiheit

Im Rahmen des NRW-Spezials kooperiert das Debattenportal Diskurs@Deutschlandfunk mit der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Hier finden Sie weiterführende Informationen zu den jeweiligen Themen. 

Ist sie eine vorübergehende Erscheinung oder eine Partei mit nachhaltigem Einfluss auf Parteiensystem und Gesellschaft? Bei den Wahlen des Berliner Abgeordnetenhauses schaffte die Piratenpartei erstmals den Einzug in ein deutsches Parlament. Ein Kernthema, das sich die Piraten auf die Fahne geschrieben haben, ist der freiheitliche Informationsfluss im Internet. „Laut Grundsatzprogramm möchte die Piratenpartei die Freiheits- und Informationsrechte der Bürger stärken, um die Entstehung einer ‘totalen und totalitären, globalen Überwachungsgesellschaft’ zu verhindern. Der zweite Schwerpunkt liegt auf dem freien Zugang zu Wissen und Kultur“, schreibt Autor Marcel Solar im bpb-Dossier „Parteien in Deutschland“ (hierin finden sich außerdem Informationen zu Programm und Freiheitsverständnis Parteien insgesamt). Wer sind die Piraten, was wollen sie, wie agieren sie? „Als neue Akteurin im Parteiensystem“ untersucht auch die APuZ „Digitale Demokratie“ die Piratenpartei und skizziert ihre Entwicklung mit Höhen und Tiefen in vier Phasen.

Die Forderung eines modernisierten Urheberrechts gehört zu den Gründungsthemen der Piraten. Trotz eines stetig wachsenden Kulturgütermarktes führten die derzeitigen Regelungen zum Urheberrecht bisher selten zu einer angemessenen Beteiligung der Urheber an den Einnahmen, schreiben die Piraten auf ihrer Webseite. Sie setzen sich für die Stärkung von Urhebern gegenüber Rechteverwertern ein. Andererseits wollen sie nichtkommerzielles Vervielfältigen – das sogenannte Filesharing – entkriminalisieren und so mehr Freiheit im Netz erreichen. „Das treibt Kreative in den Ruin, sagen die einen, und fordern strengere Gesetze. Das ermöglicht ganz neue Formen der Kreativität, meinen die anderen, und fordern neue Rechts- und Geschäftsmodelle“, heißt es im bpb-Dossiertext zum Urheberrecht. Die Artikelsammlung zeichnet die Geschichte des deutschen Urheberrechts nach, verdeutlicht, wo Urheberrecht im Alltag greift und zeigt verschiedene Meinungen von Experten und Interessensvertretern auf. Auch die Themendossiers Open Data, Open Source und Wissen und Eigentum bieten hier ausführlichen Lektürestoff zum Thema Freiheit im Netz, Teilung von Wissen und Urheberrecht.