“Pogromartige Stimmungen”
Geht es bei der Urheberrechtsdebatte um Unterschriften oder um Argumente? In den letzten Wochen konnte man sich da nicht so sicher sein: Eine Petition jagte die nächste. Ein Gespräch mit Markus Beckedahl.
Als Anonymous dann die persönlichen Daten der Unterzeichner der Initiative „Wir sind die Urheber“ veröffentlichte, bezeichneten das die deutschen Buchverleger als „vorläufigen Höhepunkt der beispiellosen kunstfeindlichen Beleidigungen aus der Deckung des Internets“. Zuvor hatte das Thema auch schon auf diesem Portal für heftige Kontroversen und lebhafte Debatten gesorgt. Die Sendung Markt und Medien hat mit dem Blogger und Netzaktivist Markus Beckedahl über die Aktion von Anonymous gesprochen. Auszüge des Interviews hören Sie am 18.05. um 17:05 im Deutschlandfunk. Hier veröffentlichen wir das vollständige Gespräch.
Als “die große demokratietheoretische Frage des Informationszeitalters” bezeichnet Markus Beckedahl das Urheberrecht. Er kritisiert die Aktion von Anonymous, hält die heftige Kritik – Stichwort “pogromartige Stimmungen” – daran aber für ebenso wenig konstruktiv. Statt Panikmache und gegenseitigen Beschuldigungen sei nun Versachlichung gefragt. Der Gründer von netzpolitik.org glaubt, dass die aktuelle Debatte von Angst dominiert werde: Die Urheber befürchteten, vom Medienwandel überrollt zu werden, während die Nutzer ihre Grundrechte durch die immer weitergehende Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen bedroht sähen und um die Zukunft des freien Netzes bangten. Beckedahl sieht dabei auch die Politik in der Pflicht: Dort habe man das Thema lange verschlafen und statt Reformen auf härtere Durchsetzung des bestehenden Rechtes gesetzt. Er wünscht sich mehr Mut und weniger wohlfeile Sonntagsreden.
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Weiterführende Beiträge auf Deutschlandfunk:
Weiterführende Beiträge auf Deutschlandfunk: Abmahnwelle im Internet: Webseitenbetreiber sollten geforderte Strafzahlungen nicht uneingeschränkt hinnehmen (MP3)
“Das ist überhaupt nicht sinnvoll”: Matthias Spielkamp von iRights.info über den neuen Gesetzentwurf zum Leistungsschutzrecht (MP3)
Die Abschaffung des Urheberrechts weitergedacht: Schijndel/ Smiers: “No Copyright. Vom Machtkampf der Kulturkonzerne um das Urheberrecht. Eine Streitschrift”, Alexander Verlag
(MP3)
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Beckedahl muss von seiner Schreibe nicht leben und ich habe auch den Eindruck, dass er keine Ahnung von der Materie hat. Warum er immer interviewt wird, erschlißt sich mir nicht.
Freut mich ja immer, wenn andere anscheinend einen besseren Einblick in meine finanzielle Verhältnisse haben als ich. Oder das zumindest vorgeben. Selbstverständlich lebe ich von meiner Schreibe, das ist mein Job.
Ich habe auch den Eindruck, dass du keine Ahnung von der Materie hast.
Und genau deshalb, weil sich das dir nicht erschließt, wird Beckedahl interviewt und nicht du…
Mehrere Dinge kann man aus dem Herrn Beckedahl Interview lernen:Das waren kleine Jungs oder alte Männer mit zu viel Freizeit.Und die Autoren haben völlig überreagiert, dass da jemand ihre Persönlichkeitsrechte massiv verletzt hat. Sie haben Öl in die Flamme gegossen, als sie von Programmen sprachen. Aha.Natürlich kann man Herrn Beckedahl keinen persönlichen Vorwurf machen, er wird mit Sicherheit nicht involviert gewesen sein, aber ein klares Statement gegen solche Aktion sieht anders aus. Bedauerlicherweise zieht auch er eine Grenze zwischen Netzbürgern und Künstler (auch wenn das zum wiederholten Male falsch ist, es geht um Urheber. Ein Künstler kann, muss aber nicht Urheber sein.). Ein Urheber ist auch Netzbürger, sofern er sich im Netz bewegt. Warum also wieder dieses “die da” und “wir hier”?Demokratietheoretische Frage? Nein, es geht um makroökonomische Entwicklungen. Infrastruktur frisst Kreativität. Der letzte Barriere ist das Urheberrecht und es wird daran kräftig gearbeitet, diese Barriere einzureißen. Dabei helfen auch Netzaktivisten wie Herr Beckedahl tatkräftig mit. Offenbar nicht ahnend, welchen Karren sie hier eigentlich ziehen.Oder etwa doch?Urheberrecht wird Nutzerrecht, früher oder später. Nutzer zählen, denn die sind bares Geld wert. Die Profiteure dieser Entwicklung sind klar und sie verstehen es großartig diese Entwicklung zu befeuern. Wir begeben uns direkt in die Arme von monopolistischen Organisationen. Ob denen Freiheit wichtig ist, oder das nächste Quartalsergebnis, das werden wir sehen. Hoffentlich ist es dann nicht zu spät.
Nach Durchsicht der Website der GEMA und den veröffentlichten Vertragsbedingungen, dem bestehenden Umstand der GEMA-Vermutung die zurfolge hat, dass bei allen “Musiktiteln ungeklärter Herkunft” automatisch GEMA-Pflicht besteht und somit jedes Werk vergütet werden muss unabhängig ob die GEMA selbst nachweisen kann das sie befugt ist die Urheberrechte wahrzunehmen kann man nur zu der Schlussfolgerung kommen, das das Urheberrechtsgesetz im Grunde nichts weiter ist als eine gesetzlich verankerte Beihilfe für Wuchereinnahmen darstellt. Völlig unverständlich ist mir auch, warum der Verkäufer eines PC´s ohne Brenner 15,1875 € je Stück bezahlen soll, wenn mit PC´s ohne CD-Recorder keine Medien vervielfältigt werden können. Server-Hardware ist nicht GEMA-Pflichtig, weil die GEMA vermutlich sich davor fürchtet einen “maßgebenden Prozess” gegen Globaloperierende Computerhersteller zu verlieren. Wenn HP, IBM Fujitsu und Dell gegen “Hardwareabgaben” klagt, geht den GEMA-Vertretern die Muffe, daher gehen die da gar nicht erst vor. Die GEMA strickt die Gesetze also nur insofern zusammen, dass nur Elektrohändler und PC-Verkäufer zahlen müssen, während Globale Computerkonzerne nicht zur Kasse gebeten werden. Wie die Stromkonzerne kassiert die GEMA nur bei den “schwächsten im Glied” ab. Die Auslegung des Urheberrechts ist also unterm Strich nichts weiter als staatlich Unterstützte Wegelagerei.
Sie nennen es Wegelagerei, ich nenne es den Schutz des geistigen Eigentums. Ein Privileg, das Kunst und Künstler schützt und Kreativität ermöglicht und finanzierbar macht.http://heutigentags.de/2012/05/18/urheberrecht-sic/
Nette Website, aber die Argumentationen gehen doch meistens recht weit an der konkreten Wirklichkeit vorbei. Gerade bei der GEMA wird deutlich, dass durch “Hardwareabgaben” geistiges Eigentum (immaterielles Gut) streng an Datenträger (materielles Gut) verknüpft werden soll. Aber weisst genauso darauf hin, das der Hersteller des materiellen Gutes z.B. der Hersteller einer CD auf der beispielsweise Musik enthalten ist ebenfalls “Leistungsschutzrechte” besitzt, konkret die Erlaubnis über die Vervielfältigung seines materiellen Gutes (fertiges Endprodukt = MusikCD). Den Hersteller der MusikCD nenne ich mal eben kurz “CD-Presse”. Da stellt sich also die Frage, wie die CD-Presse bestimmen kann, ob der Inhalt seines Produktes (Musik-CD), über deren Inhalt geistigen Eigentumes bestimmen darf, obwohl es selbst nicht der Urheber ist? Geistiges Eigentum ist ein dehnbarer Begriff. Ich könnte mir das Drehbuch zu einem neuen Pornofilm ausdenken, was denn mein geistiges Eigentum wäre im Sinne des referenzierten Webseitenbetreibers, was aber als Endprodukt nicht als geistiges Eigentum bewertet werden kann, weil wenn Menschen wie Affen übereinander herfallen wie Tiere ist die bloße “Neuanordnung” des “sexuellen Affentheaters” trotzdem kein “Werk mit entsprechender Schöpfungshöhe”, weil es einem egal sein kann, wer wie und warum grad vor der Kamera penetriert wird. Einfach ausgedrückt – nicht jeder Schwachsinn, den sich ein Mensch auszudenken im Stande ist, muss auch gleichzeitig von anderen Menschen als geistiges Eigentum akzeptiert werden. Die GEMA als Verwertungsindustrie hat hier in Deutschland eine Monopolstellung und zwar insofern, dass wenn ich offentlich Musik aus anderen Ländern abspiele stellen die sich dahin und wollen dafür bezahlt werden, ohne dass diese überhaupt die Herkunft des Musiktitels, noch denjenigen “Künstler aus der ferne” jemals dafür die Tantiemem zukommen lassen müssen, weil vereinzelte alte Chinesische Volkslieder eben keine nachweisbaren Urheber mehr haben. Die Verwertungsindustrie ist ein Problem und zwar ein sehr großes. Der Rest auf der Website von D.S. ist relativ substanzlos, weshalb ich nur auf konkreter Nachfrage darauf eingehen würde.
“Sie nennen es Wegelagerei, ich nenne es den Schutz des geistigen Eigentums.”Das WIE geschützt wird, wenn ich meine eigenen Daten auf den Medien speichere?
Geistiges Eigentum als Alleinstellungsmerkmal ist nichts wert! Für den Musikvertrieb gibt es möglichkeiten siehe http://www.lynnemusic.com der lässt sogar Previews in niedriger Qualität zu. Während die einen lamentieren sind die anderen schon fix und fertig auf den “Zukunftszug aufgesprungen”. Fertige Medieninhalte lassen sich nicht schützen, das geht nichtmal in der realen Welt. Auch jedes Auto kann gestolen werden, es kommt eben darauf an, wieviel Zeit man benötigt um eine Sicherungsmaßnahme zu deaktivieren. Die Medien machen es den “Hackern” auch sehr leicht, weil die sich nicht wirklich viel Mühe geben ihre Medieninhalte zu schützen. Macrovision haben die aus der VHS-Zeit mit in die DVD geschleppt, weil man nicht viel Geld in Schutzmaßnahmen investieren wollte. Die einzige wirklich adäquate Schutzmaßnahme die es jemals gab war Sony-Playstation, wo man erst ein MOD-CHIP einsetzen musste um kopierte Medien nutzen zu können. Weil alle Sicherungsmaßnahmen überwunden werden können, sollte man dies einfach als unveränderliche Tatsache erstmal akzeptieren. Der Konsument musste auch die CD-Preise der 80er Jahre akzeptieren oder sie im Handel liegen lassen. Da hieß es “friss oder stirb” und nun haben sich die Zeiten geändert und die “Musikindustrie/GEMA” ist gezwungen “Erwachsen zu werden”.
Ich habe zu der ganzen Sache auch noch eine persönliche absolute Meinung, welche ich hier nun kundgebe. Wie ungerecht doch die Welt ist – jetzt kann einfach jeder die Musik übers Netz der Netze kopieren. Was für ein Skandal! Man muss aber auch mal die Realität sehen, dass auf der einen Seite die GEMA das “öffentliche Kulturelle Leben” vollständig mit ihren Geldforderungen lahmlegt und auf der anderen Seite mindestens 8 Millionen Menschen in Deutschland leben, deren Einkommen gerade mal ausreicht um nicht zu sterben, geschweige denn das das Geld ausreichen würde ein gesundes Leben zu führen. Der Kampf ums dasein hat in unserer “Zivilgesellschaft” einen nicht unerheblichen Stellenwert, während eine Randgruppe den Staat fordert Beihilfe für exakte Rechnungslegung mit Strafandrohung bei Nichtbezahlung zu ermöglichen. Vergleichbar mit “Erschleichung von Fahrdienstleistungen”. Im Grunde ist das “Geheule und Geflenne ums Urheberrecht” nur ein Wehklagen gutsituierter Personengruppen über die Ungerechtigkeit der Welt, dessen technischer Fortschritt die “Karten der Leierkastenverfügbarkeit” neu gemischt hat. Und da kann nur eines sagen – geh mal zum Jobcenter und sag da an, “ich brauche mehr Geld, weil die Kultur-DVD” 29€ kostet. Dann sagen die zu dir, mehr geld gibts nicht und wenn du dir Kultur nicht leisten kannst ist das zum einen nicht unser Bier und zweitens Schicksal, weil wir das auch nicht ändern können. Und genau das ist es auch mit dem Urheberrecht, nämlich Schicksal, dass man sein Recht nicht durchsetzen kann, was man ohne Zustimmung des Vertragspartners für Recht erklärt hat. Das Urheberrecht ist ja im Grunde nichts weiter als eine Art “Globalgültige AGB”, welche aber vom Konsumenten nicht verhandelt werden kann.
Mit dem Urheberrechtsgesetz wird “Privatrecht” verstaatlicht!
, weil der Staat über das Strafrecht zum Erfüllungsgehilfen von “privatrechtlichen Verträgen” herangezogen werden soll. Jeder “Künstlerfurz” soll mit Staatsgewalt zu Geld gemacht werden. Ihr seid die Urheber, aber keine Demokraten, sondern nur maßlos überzogene Egozentriker!
[...] hören. Die Diskurs-PLattform vom Deutschlandfunk hat das ganze Interview mit mir online gestellt: “Pogromartige Stimmungen” – Der Streit ums Urheberrecht. Als “die große demokratietheoretische Frage des Informationszeitalters” bezeichnet Markus [...]
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Im Grunde kann man sagen ist die Urheberrechtsdebatte nur eines von vielen Ablenkungsmanöver die Instrumentalisiert werden sollen um Gesetze zu schaffen, die die Kommunikationsfreiheit der Bundesbürger weiter einschränken sollen. Es geht den “etablierten Parteien” darum ihre alten Machtstrukturen zu erhalten und “Recht oder Gerechtigkeit” sind dabei völlig nebensächlich. Wie in jedem totalitärem Regime geht die SPD mit Frau Zypries ihren Thesen voran – einen Weg der aus unserer schönen Demokratischen Bundesrepublik Deutschland einen Polizei- und Überwachungsstaat machen soll. Die Zypries-Thesen sind so überflüssig und belanglos wie ein verregnetes Wochenende.
Zypries-These Nummer 6. vollständiges Zitat:”6. Das System der kollektiven Rechtewahrnehmung durch Verwertungsgesellschaften ist ein wichtiges Element zur Sicherung der kulturellen Vielfalt und ist auch im europäischen Kontext weiterzuentwickeln. Das bedeutet aber zugleich, dass die Verwertungsgesellschaften ihren Verpflichtungen zur Transparenz und zur Erfüllung sozialer und kultureller Zwecke besser als bisher nachkommen sowie die Kreativen gerecht am Erlös beteiligen.” Bedeutet im Klartext, dass Zypries/SPD am alten System festhalten und sogar auf ganz Europa ausbreiten will, obwohl die Hinfälligkeit dieser Konzeption schön längst bewiesen ist. Außerdem ist mir immernoch nicht klar, wie man eine “Leermedienabgabe mit der Verbesserung des Urheberrechtsschutzes” zusammenbringen will. Die Verteilung von “mehr Geld” als vorher sichert auf keinem Fall die Rechte der Urheber. Außerdem ist nicht gesichert, dass nur weil die GEMA mehr Geldeinnahmen verzeichnen kann auch tatsächlich an die Künstler ausbezahlt wird.