09.10.2012 | Wissenschaften und Technologie
Atmende Handys, vernetzte Mützen und denkende Wände
Digitale Information ist überall. In der Wand, im Teppich, in der Kleidung. Es geht nur noch darum, die passenden Schnittstellen zu erfinden. Das ist die Zukunftsvision von Gesche Joost, Professorin am Design Research Lab der Universität der Künste in Berlin. Im Kontext des neuen Themenclusters “Innovation – wie kommt das Neue in die Welt” erläutert Gesche Joost, warum neuen Schnittstellen nicht nur in Rechnern, Smartphones und intelligenter Kleidung stecken, sondern auch die Körpergrenze überwinden könnten.















Das Smartphone werden unsere Kinder später ansehen wie wir heute das Grammophon oder eigentlich noch eher wie wir den Faustkeil der Neandertaler. Kommunikation wird alle Geräte verlassen. Daten sind in der Luft, sie sind im Raum. Hologramme, Iriskino, Schnittstellen am Hörnerv werden uns miteinander verbinden. Eine Vorstellung, die ich reizvoll finde. Die Technik macht mir dabei keine Angst. Nur eines macht mir Angst: der kapitalistische Mensch, der Gedanken patentieren wird, der den Geist dann Besitzen will. Wer Tiere in Massen hält, wer DNA-Passagen patentiert, der will auch das Denken besitzen – und verkaufen. Total Recall und Minority Report lassen schön grüßen.
Mobiltelefone sind ´ne Seuche, Smartphones das geistige Siechtum.
Warum? Was ist das für eine naive und irgendwie arrogant wirkende Einschätzung? Wie kommen sie dazu? Ist das diese deutsche Technikangst?
Nö, sind einfache Tatsachen, wenn man so sieht was mit Mobiltelefonen gemacht wird. Die Sätze werden kürzer. Anstatt an der Bushaltestelle zu sagen: “Ich steige gleich in den Bus Linie 9 ein und bin dann irgendwann da”, heisst es nur noch:”Ich gehe Hauptbahnhof, du warten!”. Nächstes Trauerspiel hilflose Person (sichtlich weit über 18 Jahre) steht im Supermarkt und schreit Infantil in sein Mobiltelefon: “Was soll ich kaufen?”. Im ÖPN interessiert mich ein “halbes Gespräch” laut dahergebrüllt nicht die Bohne. Ich will nicht Wissen, welche Farbe Marillyn Monroe´s Unterhose im Jahr 1946 hatte. Naja und was die Smartphones angeht, fand ich Nintendo mit dem Gameboy irgendwie ehrlicher, weil die haben das Gerät samt Spielkassette verkauft. Mit dem Smartphonekonzept wird die Rechnung über den Mobilfunknetzbetreiber gestellt und kann nur schwer überprüft werden. Smartphones sind ein neues Betrugskonzept, denn was ein Smartphone kann, kann ein schrottiger alter Intel Pentium III mit entsprechender Software drumherum schon Jahrzehnte. Außerdem ist auf einem kleinen “Futzelkasten” sowieso keine ernsthafte Anwedung ausführ- oder bedienbar. Bei diesem ganzen Unsinn wird nur der Spieltrieb bedient. Da steht weder eine Innovative Neuerung hinter, noch hab ich da Technikangst vor. Es sind die Leute die von Umweltschutz sabbeln, aber sich solchen Tinnef um den Hals hängen.
Insofern haben Smartphones und M$ Windows 95 vieles gemeinsam. Teuer, schlecht, unsicher und im Rückblick hinsichtlich seines angedachten Anwendungsszenarios völlig unzureichend. Weil bekannt ist, das Unternehmen wie facebook und andere einfach auf Adressbuchdaten der Smartphones zugreifen, handelt man ja schon geradezu fahrlässig im Sinne der Informationellen Selbstbestimmung, wenn man Adressdaten in Smartphones eingibt.
Ich weiß ja nicht, was alle gegen Smartphones haben?! Es steht jedem frei es zu nutzen oder nicht. Es ist ja nicht so, dass man ohne das Smartphone nicht leben könnte. Ich zumindest mache mir keine Sorgen, dass ich über das Smartphone kontrolliert oder spioniert werde. Im Gegenteil. Ich sehe der Zukunft der Technologie lächelnd entgegen.
LG
Wenn man im unschuldig im Gefängnis sitzt, weil einer “in Gegenwart deines Smartphones mit angeblich sicheren Authentifizierung” einen Mord verübt hat, wird sich das Lächeln in eine sehr lang anhaltende seelische Verstimmung wandeln. Siehe Schäden durch Lügendetektor: http de wikipedia org/wiki/Lügendetektor#Bekannte_F.C3.A4lle
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/computer/1905204/ Das Problem ist, das die kleinen “Futzelkästen” nä(h)mlich viel zu wenig Rechenleistung mitbingen. Smartphones sind mit den kleinen Low-Power-CPU´s total “Underpowered”. Mit popelige 300 Mhz kann man eben keine sichere verschlüsselte Datenstrecke über das öffentliche Internet aufbauen. Das Apple IPhone gibt grad mal 1 Gigahertz her (http://de.wikipedia.org/wiki/Apple_A5) was aber nicht bedeutet, dass der Hersteller das auch so implementiert. Will heißen je höher die abgeforderte Rechenleistung ist umso höher steigt die Wärmeentwicklung und der Stromverbrauch überproportional an (Akkulaufzeit). Um dem entgegenzuwirken muss man die CPU drosseln (Thermal Throttling – http://de.wikipedia.org/wiki/Intel_Pentium_4#Thermische_.C3.9Cberwachung), weil große Kühlkörper nicht in das Handykonzept passen. Das bedeutet, dass die maximale Rechenleistung nur kurzzeitig zur Verfügung steht. Dann muss man noch bedenken, das die ARM-CPU´s nur RISC-CPU´s (Reduced Instruction Set Computer) sind. Das bedeutet, dass Befehlserweiterungen wie MMX, SSE1-3, 3DNOW, AltiVeEc oder VIA PadLock gänzlich fehlen. Im Klartext: Alle Desktop-PC-Features müssen von der CPU mit hohem Rechenaufwand nachgebildet werden. Das Betriebsystem braucht Rechenleistung und auch die Java Technologieplatform (http://de.wikipedia.org/wiki/Java_(Programmiersprache)#Apps). Die APP-Entwickler programmieren nicht für Google oder Apple, sondern nur für sich selbst mit Java als unabhängige Betriebssystemabstraktionsschicht (Plattformunabhängigkeit). Jetzt muss man noch oben drauf packen, dass die Creme-de-la-creme das Apple IPhone in einem Preissegment liegt, wo nicht jeder gleich das Portemonaie zückt. Mit 500-900€ liegt es weit höher als der Klöppelkasten von ALDI für 200-500€. Unterm Strich bleibt die verfügbare Rechenleistung von Smartphones weit unter dem von 10 Jahre alten Desktop PC´s (http://de.wikipedia.org/wiki/AMD_Athlon_XP#Thoroughbred_B). Für den großen Hackerangriff aufs Mobiltelefon kann ich mir ein PC auf der Müllkippe zusammenschrauben und die Dinger gehen in die Knie, bevor der PC auf Betriebstemperatur hochgelaufen ist.
Mir machen atmende Handys Angst. Wir leben mit Maschinen wie früher mit Familienmitgliedern.
Der Traum der ehemaligen DDR-Staatsicherheit. Ein ferngesteuertes Mikrofon und Kamera in jedem Wohnzimmer. Erich Honecker würde blass vor Neid werden
[...] von Gesche Jost, Professorin am Design Research Lab der Universität der Künste in Berlin, hier geht’s zum Video. #realität [...]