Politik, Medien und Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung

Florian Felix Weyh

Florian Felix Weyh, Jahrgang 1963, lebt als Publizist und Journalist mit seiner Familie in Berlin.

Seit 1988 ist er ständiger Mitarbeiter des Deutschlandfunks. Features, Moderationen und Sendungen für den NDR, SWR und WDR zählen ebenfalls zu seinem Portfolio. Im Tagesspiegel, Berlin, und in der Sächsischen Zeitung, Dresden, unterhielt er jeweils eine mehrjährige Kolumne. Beiträge und Essays erschienen in Zeitungen und Zeitschriften wie Du, StadtAnsichten, Financial Times Deutschland, Berlin

er Zeitung, Lettre International, Leviathan, Universitas, Cicero. Einen besonderen Schwerpunkt legt er auf die gedankliche und publizistische Verbindung von Wirtschaft und Kultur; bisweilen leiht er Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft als Ghostwriter seine Feder. Er wurde mit Preisen und Stipendien in diversen literarischen Gattungen ausgezeichnet (Kurzgeschichte, Essay, Drama, Feature, Hörspiel).

Er schreibt über Algorithmen und Wirtschaft. Im Netz ist er u.a. unter www.weyh.info zu finden.

Algorithmen machen Zeit zu Geld

Beim Schlagwort Algorithmus denken wir an personalisiertes Einkaufen, an angepasste Musikgeschmäcker und individualisierte News-Streams. Vielleicht denken wir auch noch an die Filterbubble, die für die digitalisierten Parallelwelten steht, in denen das Internet jeden Einzelnen durch Identifizierung persönlicher Vorlieben führt. Doch welchen Einfluss haben Algorithmen auf die Wirtschaft? Zwar zirkulieren in der allgemeinen Ökonomiefolklore noch Bilder von Börsenhändlern, die laut schreiend Aktien kaufen oder verkaufen. Aber die tatsächlich relevanten Transaktionen sind schon lange nicht mehr von Menschenhand gemacht. Der sogenannte Hochfrequenz-Handel ist nur ein Beispiel für das automatisierte und algorithmenbasierte Jonglieren mit Geld, das real längst nicht mehr gedeckt werden kann. Das virtuelle Geld ist zu einer gewaltigen Fiktion geworden, das alle üblichen volkwirtschaftlichen Vorstellungswelten gesprengt hat. Diesen Aspekt greift Florian Felix Weyh, Publizist und Journalist, in seinem Debattenbeitrag auf. Seine These: Der alltägliche algorithmisierte Umgang mit Geld hat jeden Realitätsbezug verloren. mehr