Themen

Hier finden Sie den ständig erweiterten Überblick zu allen vorliegenden und geplanten Themen des Debattenportals. Unten wird diese Übersicht durch die jeweiligen Dossiertexte ergänzt. In den Dossiertexten sind alle Diskursbeiträge (Essays und Aufsätze, Radiobeiträge und Interviews) verlinkt. In den Dossiers selbst finden Sie weitere Links zu korrespondierenden Beiträgen aus den drei Programmen des Deutschlandradio.

 

1) Datenschutz und Postprivacy. Privatsphäre als politische Fiktion?

2) Digitale Demokratie. Netzgestützte Bürgerbeteiligung als Chance oder PR-Falle?

3) Wie technisiert ist der Journalismus der Zukunft? Webtechnologien und Datenjournalismus.

4) ACTA und Copyright. Das schwierige Verhältnis von Urheber und Recht

5) Jenseits der Grenzen. Das Verhältnis von Netz und Nation.

6) Totale Transparenz, komplette Kontrolle? Digitalisierung und Politik

7) Wähler 2.0. Der Netzbürger als Wähler

 

 

Das Ende des Privaten, der überforderte Datenschutz, die Forderungen nach einer transparenten Politik, das strittige Urheberrecht, die Desiderate im Kontext einer erforderlichen europäischen Öffentlichkeit, das Netz als Lebensraum und die dazu nötige Netzneutralität, digitale Partizipationsformen in Zeiten der digitalen Demokratie und neue Strategien in Onlinewahlkämpfen, das Mensch-Maschine-Verhältnis und seine Konsequenzen für unser Technikbild, Leitmedien und ihre Bedeutung für demokratische Öffentlichkeiten – das sind nur einige Schlaglichter die der “Diskurs@Deutschlandfunk” in den nächsten Wochen und Monaten auf diesem Debattenportal mit Ihnen diskutieren will. Hier die aktuelle Übersicht:

 

1) Datenschutz und Postprivacy. Privatsphäre als politische Fiktion?

Den Auftakt bildet am 9. Februar 2012 die Frage nach dem Grenzverlauf zwischen Öffentlichem und Privatem im digitalen Zeitalter. Unter dem Schlagwort Post-Privacy hat sich im Internet in den letzten Jahren eine Strömung formiert, die aktuelle Datenschutzbemühung kritisch sieht. In einem digitalen Lebensraum, in dem nachwachsende Generationen ein völlig neues Verhältnis zu persönlichen Daten entwickeln, scheint ihnen der Versuch, das Private vom Öffentlichen zu trennen, antiquiert. Christian Heller, Autor des bei C.H. Beck erschienen Buchs “Prima leben ohne Privatleben”, geht der Frage nach, ob der behauptete Grenzverlauf nicht schon immer Fiktion war. Auf der anderen Seite schreibt der Medienrechtler Thomas Hoeren über rechtliche Bedingungen des Privaten in Zeiten des Netzes. Im DLF-Magazin wird dieses erste Dossier des Debattenportals durch ein Portrait von Marina Weisband, Geschäftsführerin der Piratenpartei, komplettiert.

 

2) Digitale Demokratie. Netzgestützte Bürgerbeteiligung als Chance oder PR-Falle?

In der Folgewoche beschäftigt sich der Diskurs@Deutschlandfunk mit digitalen Partizipationsformen. Können neue Beteilgungformate die Demokratie revitalisieren? Der Trierer Politologe Markus Linden geht der Frage nach, inwieweit es sich um substantielle Mitwirkungskonzepte oder um Scheinangebote handeln wird. Im Gegenüber erörtert der Leiter der internationalen Nichtregierungsorganisation European Digital Rights (EDRI), Joe McNamee, das Thema auf europäischer Ebene.

 

3) Wie technisiert ist der Journalismus der Zukunft? Webtechnologien und Datenjournalismus.

Im Mittelpunkt der Debatte steht dabei die Frage nach dem Journalismus der Zukunft. Eine dieser neuartigen Journalismus-Formen bildet der sogenannte Datenjournalismus. Doch sieht so wirklich der Journalismus der Zukunft aus? Simon Rogers, verantwortlich für das Guardian Datablog, erklärt in seinem Text Change – wie Daten den Journalismus verändern wie er zum Datenjournalismus kam und wie er seiner Meinung nach die Medienwelt veränderte und weiter verändern wird.

Über die Rolle der klassischen Medien in Bezug auf innovative Journalismusformate schreibt indes der Unternehmensberater und Blogger Matthias Schwenk. Wo es hingeht, verrät schon der Titel: Medien müssen dringend in Netztechnologien investieren.

Lorenz Matztat ist der festen Überzeugung, dass der Journalismus sich verändern wird. Dazu äußert er sich in einem Werkstattgespräch.

 

4) ACTA und Copyright. Das schwierige Verhältnis von Urheber und Recht

Matthias Spielkamp erklärt in seinem hochumstrittenen Text Unendliche Geschichte Urheberrecht. Vom Orchideenfach zum gesellschaftlichen Reizthema (über 50 Kommentare) die Entwicklung des Urheberrechts zu einem relevanten, auch in der breiten Masse angekommenen Themenkomplex. Zusätzlich kommt jetzt.de-Redaktionsleiter Dirk von Gehlen zu Wort. Sein Titel: Plötzlich sind wir alle Urheber. Ebenfalls heftig diskutiert (über 40 Kommentare). Komplettiert wird die Reihe durch Olaf Zimmermann, dem Vorsitzenden des Deutschen Kulturrats, der sich in seinem Text Jeder ist ein Künstler – wird der Mythos wahr? ebendieser selbst aufgeworfenen Frage widmet. Schließlich portraitiert das DLF-Magazin den grünen Spitzenpolitiker Robert Habeck. Selbst Künstler. Er steht zwischen den Fronten. Denn in seiner Partei gibt es Stimmen, die das Urheberecht drastisch verändern wollen. Weitere Links zu Beiträgen aus den Programmen des Deutschlandradio gibt es hier…

 

5) Jenseits der Grenzen. Das Verhältnis von Netz und Nation

Wir leben in einer Weltgesellschaft. Das Hemd kommt aus Asien, die Turnschuhe aus Mittelamerika, das Auto aus Italien, der Computer aus den USA und das Gas für die Heizung aus Russland. Aber nicht nur der Handel ist längst globalisiert, auch die Kommunikation überwindet die Distanzen zwischen den Kontinenten spielerisch. Die Proteste und Revolutionen des arabischen Frühlings verfolgen wir am Liveticker und die Tweets des US-amerikanischen Präsidenten sind auch in den Newsstreams der User hierzulande oft eine Selbstverständlichkeit. Aber wie verhalten sich Netz und Nation im 21. Jahrhundert tatsächlich zueinander? Lesen Sie Texte der US-amerikanischen Soziologin Saskia Sassen über Facebook als Nation, von dem Bremer Politologen Andreas Hepp über das Verhältnis der neuen Medien zur Straße als Ort des Protests und von dem Netzaktivisten Stephan Urbach über die digitale Utopie einer Nation aus Weltbürgern, die sich über das Netz verständigen. Dazu portraitiert der Radiobeitrag die Revolutionshilfe via Internet, wie Berliner Blogger syrischen Revolutionären helfen.

 

6) Totale Transparenz, komplette Kontrolle? Digitalisierung und Politik

Sorgt das Internet für den gläsernen Politiker? Wo verläuft die Grenze zwischen den Handlungen eines Amtsträgers und dem Schutzraum des Privaten? Spätestens die Fälle Guttenberg und Wulff belegen: Die Netzbürger der Gegenwart sind selbst zu politischen Akteuren in der Öffentlichkeit geworden. Aber was können Portale wie die bürgerbasierte Lobbypedia leisten? Profitiert eine Organisation wie Transparency International von den vielfältigen Forderungen nach Transparenz? Lesen Sie Artikel von Christian Humborg, Geschäftsführer Transparency International Deutschland, der der Politik das Geheimnis zugesteht, aber auch eine andere politische Kultur verlangt und Felix Kamella, Campaigner der Nichtregierungsorganisation Lobbycontrol, der über die Chancen, aber auch die Grenzen von communitygestützten Kontrollwerkzeugen spricht. Dazu portraitiert der Radiobeitrag einen der Mitbegründer des GuttenPlag-Wikis, dass den ehemaligen Verteidigungsminister letztlich zum Rücktritt zwang.

 

7) Wähler 2.0. Der Netzbürger als Wähler

Lange Zeit waren Wähler eine berechenbare Größe für Parteien und Wahlkämpfer. Doch das hat sich grundlegend geändert. Welche Anteile haben Internet und Digitalisierung daran? Lesen Sie dazu Artikel von Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, von Joachim Koschnicke, Geschäftsführer des Umfrageinstituts Forsa und von Stephan Humer, Soziologe und Internetforscher.

An dieser Stelle, aber auch über die diversen Kommunikationskanäle des Deutschlandfunk, werden wir Sie permament über die Themenplanung informieren. Vor allem aber möchten wir Sie einladen, die Themen und zugehörigen Beiträge zu diskutieren sowie eigene Themen aus dem Spannungsverhältnis “Politik, Medien und Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung” vorzuschlagen. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft? Und das geht am besten hier.