Politik, Medien und Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung
05.02.2013

USA: Öffentliches Gratis-WLAN künftig für alle?

Dieser Vorschlag dürfte Anhängern der Freifunk-Idee Freudentränen in die Augen treiben – den Internet-Anbietern aber eher echte Tränen.

Wie die “Washington Post” schreibt, hat die US-Regulierungsbehörde freies öffentliches WLAN für alle vorgeschlagen. Dazu sollen auch neue Frequenzbereiche genutzt werden, so dass das WLAN auch durch dicke Wände kommt. Der Plan sei Teil einer Strategie, die Funknetze besser zu organisieren – einige Frequenzen sollen künftig für den Notruf reserviert sein.

Laut dem Bericht unterstützen die US-Regierung und einige IT-Giganten wie Google und Microsoft die Idee. Die Internet-Provider seien allerdings dagegen. Selbst wenn sich der Einfall gegen diese Milliarden-Interessen durchsetzen wird, dürfte es noch einige Jahre dauern, bis das öffentliche Gratis-WLAN tatsächlich eingerichtet ist. Auch das Blog “Basic Thinking” meldet Bedenken an: Zum Beispiel sei unklar, wer die notwendige Infrastruktur finanzieren und betreiben solle.

05.02.2013

Heinos Cover-Album stellt Download-Rekord auf

Da hat wohl ein 74-Jähriger den Nerv der digitalen Generation getroffen.

Die Rede ist von Schlagersänger Heino und seinem neuen Album, in dem er Lieder von Bands wie Rammstein oder den Ärzten covert. Der Titel “Mit freundlichen Grüßen” ist durch die Fantastischen Vier bekannt. Heino hat es mit den Coverversionen auf Platz Eins der deutschen Download-Charts geschafft. Wie Media Control mitteilte, wurde sein Album in den ersten drei Tagen nach dem Erscheinen so oft legal heruntergeladen wie in Deutschland kein anderes Album zuvor.

Offenbar ist also Heinos PR-Strategie aufgegangen – auf seiner Website wird die Platte als “verbotenes Album” beworben. Mehrere Zeitungen hatten behauptet, die gecoverten Bands ärgerten sich darüber schwarz. Das ließen einige der Bands aber dementieren. Die Fantastischen Vier wünschten Heino sogar per Facebook viel Erfolg.

28.01.2013

Cyber-Kriminelle nutzen häufig jahrelang bekannte Lücken

Es klingt so futuristisch, aber ein Cyber-Angriff aus dem Internet ist oft altbackener als man meinen könnte.

“The Register” aus Großbritannien schreibt über die Sicherheitsfirma “Solutionary”, die über 20 gängige Hacker-Programme untersucht hat.

Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Toolkits zielt auf altbekannte Sicherheitslücken von Programmen. Diese Lücken seien seit mehr als zwei Jahren bekannt und könnten durch ein einfaches Update des Programms auch problemlos geschlossen werden. Diese Tatsache widerspreche der Annahme, dass die Hacker-Programme hauptsächlich auf noch unbekannte Sicherheitslücken abzielten.

Die Experten kommen zum Schluss, dass man vor allem Adobe Flash, den Web-Browser und Java immer aktuell halten sollte.

Virensuch-Programme würden dagegen nur etwa ein Drittel der Schadsoftware erkennen. Die meisten dieser Schadprogramme stammten aus Russland.

 

[http://www.theregister.co.uk/2013/01/28/exploit_kits_mine_old_vulns/]

 

 

 

 

 

28.01.2013

Interaktive Deutschlandkarte| soll rechte Gewalttaten dokumentieren

Ein Berliner Verein erstellt einen virtuellen Neonazi-Atlas.

Wie der Evangelische Pressedienst berichtet, soll es unter der Adresse rechtesland.de eine Deutschlandkarte geben, in der rechtsextremistische Gewalttaten sowie Immobilien und Ladenlokale der rechten Szene verzeichnet sind. Ähnlich wie bei regulären Online-Karten könne man auf eine beliebige Region in Deutschland scrollen und sich dort über die Aktivitäten von Neonazis informieren.

Für den Inhalt ist der Verein “Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin” verantwortlich. Privatpersonen könnten Vorfälle oder Geschäfte melden, die Organisatoren wollen aber alle Informationen genau prüfen, bevor sie auf die Seite kommen. Bezahlt wird das Projekt über Crowdfunding. Vor wenigen Tagen hat der Verein die erforderliche Summe von 5.000 Euro erreicht. Die Karte soll im Frühjahr online gehen.

28.01.2013

Pirat verklagt Gema | Gema verklagt Youtube

Die Gema klagt und wird verklagt:

Der Piraten-Politiker und Musiker Bruno Kramm will laut “Süddeutscher Zeitung” heute beim Landgericht Berlin Klage gegen die Verwertungsgesellschaft einreichen. Kramm hält die Verteilung der Gelder für falsch. Er wolle deshalb den Schlüssel anfechten, nach dem die Gema die eingenommenen Tantiemen an Komponisten, Texter und Verlage ausschüttet.

Vor dem Landgericht München hat die Verwertungsgesellschaft selbst geklagt, gegen Youtube. Die Gema will, dass Youtube die Hinweise auf gesperrte Videos in der bisherigen Form stoppt. Gema-Chef Harald Heker sagte der “Wirtschaftswoche”, der Text der Meldung sei reine Stimmungsmache. Youtube sperre zudem mehr Videos als verlangt.

28.01.2013

Buchautor Anderson über die Macht der Maker-Bewegung

Die Möglichkeiten der “Maker-Bewegung” übersteigen die der digitalen Revolution wahrscheinlich noch um ein Vielfältiges.

Dieser Ansicht ist Chris Anderson, Buchautor zum Thema und ehemaliger Chefredakteur des Magazins “Wired”. Anderson sagte im Deutschlandradio Kultur, noch im 20. Jahrhundert hätten viele Erfinder weder das Wissen noch die Möglichkeiten gehabt, aus ihren Entwürfen Prototypen und schließlich marktreife Produkte herzustellen. Heute könne man dank Geräten wie 3-D-Druckern oder Laser-Cuttern viel mehr aus einer Idee machen. Der Kreativität und Produktivität seien keine Grenzen gesetzt. Ähnlich wie Musik oder Videos würden Designs im Internet veröffentlicht und der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Die Maker-Bewegung hat nach Meinung Andersons eine ähnlich mächtige Wirkung wie der Beginn des PC-Zeitalters vor 40 Jahren.

28.01.2013

Chinesische Regierung erwägt möglicherweise, das Verbot von Spielekonsolen zu lockern

Eine Play Station, X-Box oder Wii kann man in China allenfalls auf dem Schwarzmarkt kaufen.

Denn Spielekonsolen sind in der Volksrepublik seit 13 Jahren verboten. Nun erwägt Peking möglicherweise eine Lockerung des Verbots. Das berichtet die Zeitung “China Daily”. Im Jahr 2000 waren die Geräte, von denen große Mengen in China produziert werden, aus Jugendschutzgründen verboten worden. Von offizieller Seite wurde der Bericht dementiert – die Aktien von Herstellern wie Sony oder Nintendo reagierten dessen ungeachtet mit einem Kurssprung.

20.01.2013

Online-Datenbank sammelt die heftigsten Vulkanausbrüche

Diese Online-Datenbank soll die heftigsten Vulkanausbrüche der vergangenen 2,6 Millionen Jahre dokumentieren.

Wissenschaftler aus Japan, Großbritannien und den USA haben dafür entsprechende Daten zusammengetragen. Verzeichnet sind alle Vulkanausbrüche ab der Stufe vier, wie etwa der des isländischen Eyjafjallajökull vor drei Jahren, der den europäischen Flugverkehr lahm legte. Die frei zugängliche Datenbank verzeichnet bislang 3.000 Vulkane und soll dazu beitragen, vulkanische Aktivität besser zu verstehen.

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Die [Website|http://www.bgs.ac.uk/vogripa/index.cfm] des Projekts

18.01.2013

Anti-Mobbing-App: Facebook startet Kampagne

Mobbing auf dem Schulhof gab’s schon immer – gegen die Fortsetzung davon im Netz gibt es jetzt eine weitere Aktion.

Facebook will nach eigenem Bekunden seine Nutzer in Deutschland dazu anregen, sich gegen Mobbing zu positionieren. Dazu wurde heute eine Anwendung freigeschaltet mit Namen “Sei mutig. Stopp Mobbing”. Nutzer können sie unterstützen und an ihre Kontakt weitergeben. Gleichzeitig soll die Anwendung Informationen über Mobbing bereitstellen. In den USA gibt es eine vergleichbare App schon länger.

Partner der Aktion in Deutschland ist “klicksafe”, eine dauerhafte Initiative gegen Mobbing im Netz. Deren Koordinatorin, Renate Pepper, forderte Facebook auf, auch konkrete Maßnahmen anzubieten wie einfache Wege, Mobbing zu melden und das Löschen beleidigender Inhalte.

18.01.2013

Zeitschriften aus den 20ern können online durchgeblättert werden

In der Weimarer Republik waren Illustrierte wie die des Ullstein-Verlags eine kleine Sensation.

Die Inhalte der Zeitschriften waren in den 20ern etwas völlig Neuartiges: Monatshefte wie “Uhu” oder “Querschnitt” boten Informationen zu fremden Ländern und neuen Erfindungen, außerdem Reportagen über Stars, Mode und Zeitgeistthemen. In öffentlichen Sammlungen sind die Illustrierten sehr selten, trotzdem ist es neuerdings kein Problem, in den Heften zu schmökern.

Möglich macht das ein [Digitalisierungsprojekt|http://www.illustrierte-presse.de/], an dem unter anderem die Universität Erfurt beteiligt ist. 450 Ausgaben von zehn Titeln stehen schon im Netz. Das digitale Archiv soll aber noch erweitert werden.

Neben den Zeitschriften bietet die Seite auch Informationen über die einzelnen Titel.