Zwischen Post-Privacy, Errosion nationaler Grenzen und der Frage nach neuen Beteiligungsformen – erste Diskursthemen

Post-Privacy, Datenschutz, das strittige Urheberecht, das Netz als Lebensraum mit zugehöriger Netzneutralität, digitale Partizipationsformen der digitalen Demokratie und Onlinewahlkämpfe, das Mench-Maschine-Verhältnis und seine Konsequenzen für unser Technikbild, Leitmedien und ihre Bedeutung für demokratische Öffentlichkeiten – das sind nur einige Schlaglichter die der Diskurs@Deiutschlandfunk in den näächsten Woche und Monaten auf diesem Debattenportal mit Ihn en diskutieren will.

Den Auftakt wird am 9. Februar 2012 die Frage nach dem Grenzverlauf zwischen Öffentlichem und Privatem im digitalen Zeitalter bilden. Unter dem Schlagwort Post-Privacy hat sich im Internet in den letzten Jahren eine Strömung formiert, die aktuelle Datenschutzbemühung kritisch sieht. In einem digitalen Lebensraum, in dem nachwachsende Generationen ein völlig neues Verhältnis zu persönlichen Daten entwickeln, scheint ihnen der Versuch, das Privatem vom Öffentlichen zu trennen, antiquiert. Christian Heller, Autor des bei C.H. Beck erschienen Buchs “Prima leben ohne Privatleben”, geht der Frage nach, ob der behauptete Grenzverlaif nicht schon immer Fiktion war.  Auf der anderen Seite wir der Medienrechtler Thomas Hoeren über rechtliche Bedingungen des Privaten in zeiten des Netzes durchgehen. Im DLF-Magazin wird dieses erste Dossier des Debattenportals durch ein Portrait von Marina Weisband, Geschäftsführerin der Piratenpartei komplettiert.

In der Folgewoche wird sich der Diskurs@Deutschlandfunk mit digitalen Partizipationsformen beschäftigen. Können neue Beteilgungformate die Demokratie revitaisieren? Der Trierer Politologe Markus Linden wird der Frage nachgehen, inwieweit es sich um substantielle Mitwirkungskonzepte oder um Scheinangebote handeln wird. Im Gegenüber erörtert der Leiter der internationalen Nichtregierungsorganisation European Digital Rights (EDRI), Joe McNamee, das Thema auf europäischer Ebene.

Diese thematischen Clustern folgen Themenfelder, die sich mit der Entbündelung der Inhalte journalistischer Formate beschäftigt. Welche Konsequenzen hat es für Zeitungen und Sender, wenn Inhalte plötzlich an etlichen Stellen des digitalen Raums als Einzelteil verfügbar sind. Auch neue jouranlistische Formate wie der Datenjournalismus und das Crowdsourcing bei der Informationsbeschaffung oder das Verhältnis von Nachrichtenaggregatoren und Nachrichtenagenturen wird uns beschäftigen. Dazu werden wir die Beziehung des europäischen Nationalstaats zu einer transnationalen Öffemtlichkeit auf der digitalen Agora des 21. Jahrundert diskutieren. Die Liste wäre über etliche Themen erweiterbar.

An dieser Stelle, aber auch über die diversen Kommunikationskanäle des Deutschlandfunk werden wir Sie permament über die Themenplanung informieren. Vor allem aber möchten wir Sie einladen, die Themen und zugehörige Beiträge zu diskutieren und  eigene Themen aus dem Spannungsverhältnis “Politik, Medien und Öffentlichkeiot in Zieten der Digitalisierung” vorzuschlagen. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft?